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26.11.2015


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Gymnasiasten als Regierungschefs und Minister

„Europa und Afrika bemühen sich zwar, finden jedoch keine gemeinsame Linie in der Flüchtlingspolitik. Währenddessen investiert China beständig in die afrikanische Energiewirtschaft und entsendet Entwicklungshelfer, um bei der Eindämmung von Epidemien auf dem Kontinent zu helfen. Während die USA von einem riesigen Militärhaushalt gelähmt werden, entscheiden sich die Arabischen Staaten, ihren Überschuss aus den Ölexporten in die Aufrüstung ihrer Streitkräfte zu investieren.“

Auch wenn diese Schlagzeilen direkt aus einer großen Tageszeitung entnommen sein könnten, stellen sie vielmehr die Entscheidungen von 33 Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Zwiesel dar, die zusammen mit ihren Lehrkräften, Frau Ingrid Weber und Herrn Fabian Lettow, für drei Tage in das malerische Wildbad Kreuth aufgebrochen waren. Beim Planspiel POL&IS (Politik und Internationale Sicherheit), das von den Jugendoffizieren der Bundeswehr, den Hauptleuten Menauer und Winkler, organisiert und geleitet wurde, schlüpften die Schüler des wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Zweigs (WSG-W) in die Rolle von Regierungschefs, Außen- und Wirtschaftsministern sowie internationaler Institutionen wie den Vereinten Nationen oder der Weltbank. Mit Argusaugen überwachten zudem die Weltpresse, Greenpeace und Amnesty International das Handeln der einzelnen Regionen.
 
In dieser Zeit gewannen die Schüler einen vertieften Einblick in Themen der in der Zweigwahl vertieften Fächer Sozialkunde und Wirtschaft. So durften sie Regierungsprogramme schreiben, mit anderen Staaten verhandeln, sich um die Versorgung ihrer Bevölkerung kümmern und am Ende einen ausgeglichenen Haushalt gestalten und vorlegen, um ein POL&IS-Jahr und die dort auftretenden Krisen und Probleme zu bewältigen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase und dem Verdauen der komplexen Regeln bei der ausgezeichneten Verpflegung durch das Haus war das Spiel dann so fesselnd, dass selbst außerhalb der Spielzeiten noch in den jeweiligen Rollen diskutiert wurde: Können wir das tun? Welche Auswirkungen könnte das haben? Mit dem müssen wir verhandeln und würde eine gute Rede vor der Vollversammlung helfen? Und wer soll das eigentlich alles bezahlen?
 
Das Planspiel macht nachdenklich gegenüber den komplizierten Prozessen und Verstrickungen in Weltpolitik und Weltwirtschaft und verschafft ein Verständnis für die Akteure, wie man es ansonsten nur selten bekommt. Durch die realitätsnahe Simulation in Kreuth konnten die Schüler des Gymnasiums Zwiesel somit für drei Tage nicht nur Politik in den Medien verfolgen, sondern selbst Politiker sein.

Fabian Lettow